Leitbild der GS Kaan-Marienborn

 

Das Schulprogramm aus dem Jahre 2000, das unter dem Schulleiter, Herrn Goßmann, erarbeitet wurde, hat die Leitlinie

Leben – Lernen – Leisten

in den Vordergrund der pädagogischen Bemühungen gestellt. Das damalige Kollegium hat gemeinsam mit der Schulleiterin, Frau H. David, diese Leitlinie in einer pädagogischen Konferenz im November 2006 überdacht. Durch den von der Landesregierung propagierten Anspruch der individuellen Förderung für jedes Kind muss dieser Aspekt auch in unserem Schulprogramm deutlicher verankert werden. Darum wurde seit 2006 eine etwas geänderte Schwerpunktsetzung vorgenommen:

 

Gemeinsam leben und lernen – individuelle Lernwege gehen

 

Dieser Schwerpunkt bildet auch heute noch die Basis unserer täglichen Arbeit. Ergänzt durch Aspekte und Schwerpunkte, die die heutige Zeit mit allen Facetten der veränderten Kindheit und Lebenswelt mit sich bringen. Auf Grund dessen sind das soziale Miteinander und die Gesundheit in den letzten Jahren immer stärker in unseren Fokus gerückt. Abgerundet durch ein Regelkonzept für alle in der Schule Beteiligten (SchülerInnen, Lehrer und Eltern) mit einem dazugehörigen Stufenplan.

 

1. Wir sind eine Gemeinschaftsschule

Das bedeutet, dass hier alle Kinder willkommen sind und gemeinsam lernen. Soziale Herkunft, Muttersprache, kulturelle Tradition oder unterschiedliche Religionszugehörigkeit prägen zwar jedes Kind anders, doch all diese Facetten sorgen für eine vielfältige Gemeinschaft, die wir im positiven Sinn  nutzen. Jeder ist uns wichtig und niemand wird ausgegrenzt.  

Auch auf die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Kinder gehen wir ein, indem jedem Kind die Chance eingeräumt wird, auf seinem individuellen Lernweg optimal gefördert zu werden, damit dass Optimum aus seinen Lernmöglichkeiten  herausgeholt werden kann. Dabei werden Kinder mit und ohne Besonderheiten im gemeinsamen Lernen (GL) unterrichtet.

Durch geeignete Diagnosemaßnahmen und darauf abgestimmte Förderkonzepte versuchen wir jedes Kind in seinen Lernmöglichkeiten zu fordern und Lerndefizite einzelner Kinder auszugleichen. Die Erziehung zu selbstständigem Lernen in Form von Tages- und Wochenplänen im Rahmen von geöffnetem Unterricht unterstützt dieses Anliegen ebenfalls. Dabei nehmen wir jedes Kind mit seinen individuellen Bedürfnissen wahr. In enger Kooperation mit den Kindertagesstätten holen wir die Kinder dort ab, wo sie stehen.

Das gemeinsame Lernenfindet im Klassenverband statt. In allen Jahrgangsstufen besteht jedoch eine enge Kooperation der jeweiligen Klassenlehrer, so dass für Chancengleichheit und Transparenz gesorgt ist. Die Absprachen betreffen die Unterrichtsinhalte, die Leistungsmessung, die Elternberatung und die gegenseitige Beratung bei Problemfällen. Stoffverteilungspläne und ein Vertretungskonzept sorgen dafür, dass in Vertretungssituationen effektiv gearbeitet werden kann und möglichst kein Unterricht ausfällt. Für die Erstklässler werden Klassenpatenschaften eingerichtet und es finden auch klassenübergreifende Vorhaben statt. Wichtig ist uns dabei die Verknüpfung von Bildung und Erziehung. In den letzten Jahren wurde ein umfassendes GL-Konzept auf den Weg gebracht, mit dem wir den Unterricht für die GL-Kinder effektiver gestaltet haben.

Den Aspekt des gemeinsamen Lebens in der Grundschule regen wir durch vielfältige Schulveranstaltungen im Jahresverlauf an: Einschulungs- und Abschlussfeiern, Schulgottesdienste, Schulfeste, Projektwochen, Theater- und Konzertbesuche, das Einbeziehen von Kunstausstellungen oder Museen, Teilnahme an Wettbewerben, Exkursionen, Wanderungen etc. Den Höhepunkt für die Kinder stellt die Abschlussfahrt nach Wangerooge dar, wo seit 30 Jahren ein Schullandheim-Aufenthalt stattfindet.

 

2. Wir sind eine demokratische Schule

Das Miteinander innerhalb der Schulgemeinschaft ist demokratisch geprägt (entsprechend der Richtlinien NRW und der Landesverfassung). Eine vertrauensvolle Kooperation ist uns sehr wichtig. Darum erziehen wir die Kinder zu Toleranz und respektvollem Umgang miteinander und erarbeiten die wichtigsten Regelungen mit ihnen. Für alle Personengruppen der Schule sowie für die Bereiche der OGS sind Regeln erarbeitet worden, die Konsens finden und ständig erprobt, besprochen und überarbeitet werden. Eltern sind informiert über die Grundlagen unserer Erziehungsarbeit. Ihre Wünsche und Anregungen nehmen wir wichtig und wir stehen ihnen in beratenden oder klärenden Gesprächen zur Verfügung.

Innerhalb der OGS und im schulischen Bereich führen wir die Kinder schrittweise zu einer stärkeren Partizipation am Schulleben. In den Jahrgangsstufen 3 und 4 werden Klassensprecher gewählt, in der Eingangsstufe soll in kleineren Intervallen die Beteiligung von Schülervertreter/innen intensiviert werden. In allen Klassen tagt regelmäßig der Klassenrat und auch in den Schul- und OGS-Versammlungen ist die Beteiligung der SchülerInnen existent.

 

3. Wir sind eine Schule im Ort

Wir begreifen unsere Schule selbst als Haus des Lernens und bemühen uns, die Räume ansprechend zu gestalten, so dass Kinder und Erwachsene sich in der Schule wohl fühlen können. Die Kinder werden eingebunden, ihre Räume und den Schulhof in Ordnung zu halten und geben Anregungen für Änderungen. Das Platzangebot ist zwar trotz des Anbaus sehr knapp, doch werden immer wieder Verbesserungen ermöglicht, indem das Raumkonzept kreativ den Bedürfnissen angepasst wird. Ein Erste-Hilfe-Raum bietet die Möglichkeit einer Erstversorgung für kranke oder verletzte Kinder.

Darüber hinaus gehen wir mit unseren Kooperationspartnern im Ort eine für alle Seiten gewinnbringende Partnerschaft ein. Diese Kooperationen sind auf der Homepage der Schule nachzulesen. Als besonders wichtig sehen wir folgende Kooperationspartner an:

  • Familienzentrum Kunterbunt
  • TUS Kaan-Marienborn
  • Kirchen
  • Fritz-Busch-Musikschule
  • Firma Gontermann-Peipers
  • Naturschutzbund
  • Bäckerei Schneider
  • Feuerwehr und Kreis Leitstelle Siegen
  • ERLE

Innerhalb eines verlässlichen Beziehungsnetzes unterstützen unsere Schulpartner die schulische Arbeit. Dass wir eine Schule im Ort sind, wird  durch die stetige Bereitschaft  dokumentiert, einzelne Projekte finanziell zu fördern. In der Elternschaft ist ebenfalls ein verlässlicher Rückhalt zu bemerken, der sich auch auf der Ebene des Fördervereins durch aktive Teilnahme an den verschiedenen Veranstaltungen und Projekten ablesen lässt. Durch gemeinsame Aktionen, Besuche, Feste und Feiern spielen die Kooperationen im Schulleben eine wichtige Rolle.

 

4. Wir sind eine gesunde Schule

Entsprechend den im „Qualitätstableau“ genannten Qualitätsbereichen einer guten gesunden Schule gestalten wir unser Zusammenleben, Lernen und Unterrichten nach gesundheitsfördernden Maßstäben. Diese wirken sich aus in den 8 Qualitätsdimensionen

  • Schule als Lebens- und Erfahrungsraum
  • Unterricht
  • Bildung und Lernen
  • Schulkultur und Schulklima
  • Schulführung
  • Professionalität und Personalentwicklung
  • Qualitätsmanagement
  • Wirkungen und Ergebnissen

 

In diesen Bereichen findet kontinuierlich Entwicklungsarbeit statt. So wird zum Beispiel seit 2010 ein jährlich stattfindender Gewalt-Präventionskurs für die 3. Klassen neu ins Programm aufgenommen. Im Schuljahr 12/13 wurde dieser einmalig stattfindende Präventionskurs durch ein durchgängiges Anti-Gewalt-Konzeptes auf alle vier Jahrgänge ausgeweitet (s. Anti-Gewalt-Konzept).

Der Schwerpunkt Evaluation rückt aktuell besonders in den Focus der Arbeit. Die Qualität der schulischen Arbeit soll durch die gesundheitsfördernden Elemente gesteigert werden. In den Jahren 2009 und 2011 wurde unsere Schule von der Unfallkasse NRW mit dem Preis  „Gute gesunde Schule“ ausgezeichnet. An jedem 1. Mittwoch im Monat findet beispielsweise im Klassenverband ein „gesundes Klassenfrühstück“ statt.

 

5. Wir sind eine moderne Schule

Wir wollen unsere Kinder fit für die Erfordernisse des 21. Jahrhunderts machen. Die selbstständige Beschaffung und Verarbeitung von Informationen ist darum ein wesentlicher Lernbaustein. In jedem Klassenraum besteht die Möglichkeit, Medienecken einzurichten. In einem differenziert ausgestalteten Medienkonzept wird dargestellt, wie die Kinder in diesem Lernbereich schrittweise ihre Medienkompetenz ausbauen können. Mit einer selbst gestalteten Abschlusszeitung haben die SchülerInnen die Möglichkeit zu dokumentieren, welche Fähigkeiten sie z.B. im Umgang mit Word erworben haben.

Moderne Arbeitsweisen wie Teamarbeit, Recherchen und Forscheraufgaben, Präsentationen und Evaluierungen werden im Unterricht angewendet und sollen die Kinder zu selbstständigem Lernen befähigen.

Erkundungen in die Arbeitswelt an außerschulischen Lernorten sollen die Kinder für Technik und die Berufswelt interessieren.

 

Gesamtfazit:

Im Rahmen der Erfüllung des in der Landesverfassung und den Schulgesetzen vorgegebenen Bildungs- und Erziehungsauftrags ergeben sich folgende Schwerpunkte in der programmatischen Entwicklungsarbeit der GS Kaan-Marienborn:

 

--  Fortentwicklung und Bereitstellung eines vielseitigen, differenzierten und an Leistungsstandards orientierten Bildungsangebots

--  Entwicklung eines diagnostischen Instrumentariums in Verbindung mit einer erweiterten Beratungskompetenz

--  Schaffung einer bedürfnisgerechten, rhythmisierten Angebotsstruktur

--  Einüben grundlegender demokratischer Prinzipien

--  Prävention verbaler, körperlicher und sexueller Gewalt, Erziehung zur Toleranz

--  Vermittlung häufiger originaler Begegnungen, die das Interesse und die Freude an Natur und Umwelt fördern

--  Vermittlung eines kritischen, emanzipierten Mediengebrauchs

--  Einbeziehung der Eltern in das Konzept der schulischen Erziehungsarbeit

 

Bedingt durch die Veränderungen in den Familienstrukturen fällt der Schule immer stärker die Aufgabe zu, Werte zu vermitteln und Erziehungsaufgaben zu übernehmen. Diese Aufgabe sehen wir als Herausforderung an und stellen uns ihr mit Engagement. Dabei ist uns deutlich geworden, dass wir durch zusätzliche Angebote im Nachmittagsbereich die Lernchancen der Kinder deutlich erhöhen können. Durch die Kooperation und Kommunikation mit allen an der Erziehungsarbeit beteiligten Personen sehen wir Chancen für die Weiterentwicklung unseres Schulentwicklungsprozesses.

   
© Grundschule Kaan-Marienborn